Pflanzen aus dem Supermarkt vs. Wildkräuter von der Wiese

Immer wieder stehen Bartagamenhalter vor der Frage welche Pflanzen sie ihren Lieblingen verfüttern können und woher sie diese beziehen sollen.

Pflanzen aus dem Supermarkt oder Wildkräuter? Gerade zu dieser Frage gibt es immer wieder teils widersprüchliche Meinungen.

Wir wollen hier auf die unterschiedlichen Möglichkeiten eingehen und auch zeigen wie jemand ohne permanenten Zugang zu einer naturbelassenen Wiese seine Tiere artgerecht ernähren kann.

Gleich vorweg: Die Abwechslung machts aus!

Was ist gesünder und warum?

Bartagamen sind Steppentiere. Ihre Verdauung ist daher auf sehr trockene und faserige Nahrung ausgelegt. Das sollte man sich bei der Auswahl von Futterpflanzen immer vor Augen halten.

Zu feuchte Nahrung und Nahrung die zu leicht zusammengesetzt ist wird von den Tiere zwar gerne angenommen, ist aber nicht ideal für ihren Darm. Faserige und trockene Nahrung wirkt reinigend auf die Darmflora. Zu feuchte Nahrung kann einen Nährboden für Darmparasiten darstellen.

Menschen fangen mit faserigen und trockenen Pflanzen eher wenig an, was auch erklärt, warum man im Supermarkt nur weniger Pflanzen findet, die auch für Bartagamen gut geeignet sind. Aber keine Angst, es gibt sie.

Bei Pflanzen aus dem Lade sollte man immer zu Bio Produkten greifen. Damit versuchen wir möglichst wenig Spritzmittel an unsere Tiere zu verfüttern. Ob das immer gelingt ist natürlich eine andere Frage.

Gleiches gilt aber für Pflanzen aus der Natur. Wer neben einer viel befahrenen Straße Wildpflanzen pflückt verfüttert seinen Tieren auch mehr Abgase als Pflanzen. Hier ist der Hausverstand gefragt: Suchen Sie Wiesen die abgelegen sind und nicht direkt neben einer Hauptstraße.

Spritzmittel sind in der Regel weniger ein Problem, weil wir Wildpflanzen pflücken die sowieso nicht vom Bauern bepflegt werden. Niemand pflegt seinen Löwenzahn um ihn vor Schädlingen zu schützen. Aber Achtung, es kann natürlich sein, dass die Pflanzen so nah am bewirtschafteten Feld stehen, dass sie trotzdem Spritzmittel abbekommen haben. Auch hier wieder den Hausverstand verwenden. Gras-Wiesen, Sträucher am Waldrand, Büsche wie Haselnuss oder Brombeere etc sind in der Regel unbedenklich.

Rein von den Nährwerten liefern Wildpflanzen immer bessere Ergebnisse. Das liegt schon alleine daran, dass sie gepflückt und direkt verfüttert werden während Pflanzen aus dem Laden oft unreif geerntet wurden und auf dem Transport und in den Lagerhallen noch nachreifen. Dabei gehen natürlich die meisten Nährwerte verloren.

Wie füttern wenn Nichts wächst oder man keine Wiese zur Verfügung hat?

Wir haben also festgestellt, dass Wildpflanzen deutlich mehr Nährwerte bieten als Futterpflanzen aus dem Laden. Außerdem sind sie von der Konsistenz geeigneter: Trockener mit einem hohen Rohfaser-Anteil.

Aber was kann man als Bartagamen-Halter machen, wenn man keine Wiese zu Verfügung hat? Oder wenn gerade Nichts wächst? Wenn ein Tier vielleicht nicht in die Winterruhe gehen darf, weil es krank ist und man Pflanzen zum Verfüttern braucht?

Keine Angst, auch Leute aus der Stadt können Bartagamen problemlos pflegen.

Vielleicht haben Sie in ihrer Stadt die Möglichkeit eine große Parkanlage zu nutzen oder sie kommen in unregelmäßigen Abständen doch raus aufs Land und können dort Pflanzen pflücken. Dann können Sie gleich in größeren Mengen zugreifen und die Wildkräuter über einen längeren Zeitraum immer wieder zu Pflanzen aus dem Laden dazu geben.

Auf dem Balkon oder dem Fensterbrett lassen sich auch gut selbst ein paar Futterpflanzen ziehen. Im Internet kann man spezielle Saatgut-Mischungen kaufen:

Man kann auch große Mengen gepflückte Pflanzen trocknen und so über das ganze Jahr hinweg haltbar machen und immer wieder dem normalen Futter untermischen. Dazu weiter unten mehr. Solche getrockneten Blütenmischungen gibt es auch fertig zu kaufen.

Zuletzt gibt es natürlich auch im Supermarkt Pflanzen die gut geeignet sind. Wichtig ist wie immer, eine möglichst große Abwechslung und Mischung.

Top 5 aus dem Supermarkt

Bei den hier genannten Pflanzen wurde vor allem auf Konsistenz und ein gutes Calcium : Phosphor Verhältnis geachtet.

  1. Endivie
  2. Chicorée
  3. Kresse
  4. Radicchio
  5. Romanasalat

Noch mehr gut geeignete Pflanzen findet man auf unserer umfangreichen Grünfutterliste.

Trockene Pflanzen?

Bartagamen sind Steppen- und Halbwüsten-Bewohner. Getrocknete Nahrung ist ihnen daher nicht fremd. Das ist ein Glück für uns, denn es macht einen Teil der Ernährung sehr einfach.

Man kann die im Garten oder auf der Wiese gepflückten Pflanzen trocknen und problemlos auch ganz durchgetrocknet anbieten. Ein Teil der Ernährung sollte sogar aus trockenen Pflanzen bestehen. Das ist gut für die Darmflora der Tiere weil es eine reinigende Wirkung hat.

Daher beim Füttern nicht immer nur frisches Futter anbieten sondern ruhig das ausgetrocknete im Terrarium belassen und mal einen Tage sonst Nichts füttern.

Im Fachhandel finden sich sogar immer wieder getrocknete Blüten und Kräuter als spezielle Mischpackungen zum Kaufen. Der Preis ist aber oft horrend und nicht zu rechtfertigen. Lieber selbst ein paar mal mehr pflücken und trocknen lassen.

Von reinem Heu sollte man absehen. Genauso von reinen Trockenfutter-Mischungen oder Pellets die man immer wieder sieht.

Die Mischung machts

Rotklee, Brennesseln, Rosenblüten, Brombeere- und Himbeere-Blätter, Löwenzahn, Haselnuss-Blättern, etc.

Wie immer wieder schon erwähnt: Möglichst abwechslungsreich füttern. Nicht nur trocken und nicht nur Feucht-Futter. Nicht nur Pflanzen aus dem Laden. Möglichst viele Futterpflanzen anbieten und auch bei der Präsentation des Futters kann man sich abwechslungsreich zeigen.

Wenn das Futter nicht immer am selben Ort steht wird es für die Tiere oft interessanter. Vielleicht auch mal eine ganze Pflanze ins Terrarium stellen. z.B. einen ganzen Golliwoog. Oder man bietet diverse Wildkräuter nicht kleingeschnitten sondern in einer sehr stabilen Vase an.

Golliwoog® findet man häufig im Zoofachhandel oder online (z.B. Amazon.de) und kann man zu Hause weiter nachziehen.

Blüten und Farben finden Bartagamen auch immer interessanter als reines Grünfutter. Besonders auf orange und gelb reagieren die Tiere in der Regel sehr schnell. Löwenzahn ist immer der Renner.

Zu guter letzt noch Supplemente in Form von Vitaminen und Mineralien und die Ernährung der Tiere ist perfekt.

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