Kosten

Anschaffungskosten

Wer mit dem Hobby richtig anfangen will muss erstmal tief in die Tasche greifen. Tier, Terrarium, Einrichtung, Beleuchtung etc. sollten von Anfang an richtig gewählt werden. Wer hier an der falschen Stelle spart oder schlecht informiert ist kauft doppelt!

Tier

Das Tier selbst ist wohl der günstigste Einkauf. Jungtiere mit natürlicher Färbung bekommt man teilwise fast schon nachgeworfen. Bei privaten Züchtern. Auf Börsen sind die Tiere um wenige Euro zu erhalten. Im Zoofachhandel sind die Tiere wohl am teuersten und kosten 20-80€. Allerdings würden wir vom Kauf im Zoofachhandel abraten weil die Tiere dort in der Regel als Massenprodukt und unter sehr schlechten Haltungsbedingungen gehandelt werden. Ein privater, seriöser Züchter der seine Tiere selbst artgerecht hält ist immer die beste Adresse.

Farb-Morphen sind deutlich teurer als Tiere mit natürlicher Färbung. Je mehr rot oder weiß das Tier wird, desto teurer wird es.

Zu den teuersten Tieren zählen Qualzuchten wie Silkbacks, denen die natürliche Beschuppung weggezüchtet wurde. Von der Haltung dieser Tiere raten wir ganze entschieden ab!

Terrarium

Beim Terrarium hängt der Preis natürlich von der gewünschten Größe ab. Wir empfehlen sehr stark, auch bei Jungtieren gleich ein Terrarium in der Größe wie für ausgewachsene Tiere zu kaufen. Die Tiere wachsen unglaublich schnell und nach einem Jahr nochmal ein Terrarium kaufen zu müssen und irgendwie mit einem zu klein gewordenen Terrarium umgehen zu müssen zahlt sich in der Regel nicht aus.

Terrarien in der Größe ab 1,5 m² Grundfläche bekommt man in der Regel nicht mehr als fertiges Glas-Terrarium. Diese muss man selbst bauen oder bauen lassen. Die Kosten hängen daher von den Materialien ab.

Ein günstiges, leeres und selbstgebautes Terrarium mit ~1,5m² Grundfläche und 1m Höhe, aus OSB, mit Lüftungsschlitzen aus Metall/Kunststoff und Glasscheiben kommt so auf 200€ aufwärts. Das ist nur der Korpus ohne Beleuchtung und Einrichtung.

Nach oben sind beim Terrarium-Bau/Kauf natürlich keine Grenzen gesetzt. Will man statt dem günstigen OBS ein ansehnlicheres Holz verwenden kann der Preis schnell in die Höhe schießen. Nicht jeder will das Terrarium am Boden stehen haben, dann kommen noch Kosten für einen massiven Unterschrank dazu.
Usw.

Beleuchtung

Einer der wichtigsten Kostenpunkte für die Bartagamenhaltung ist die Beleuchtung. Gute Spezial-Lampen und Vorschaltgeräte haben ihren Preis. Eine Lucky Reptile Bright Sund UV Desert 70 Watt kostet schon mal 40€. Das ist aber nur eine UV Lampe und auch noch ohne Vorschaltgerät, Fassung, Zeitschaltuhr usw.

In Summe kann man für die Beleuchtung gut und gerne mit 300-500€ rechnen. Das sind dann aber auch nur die Anschaffungskosten. UV Lampen gehören regelmäßig ausgetauscht weil sie ihre Leistung mit der Zeit verlieren. Da fallen dann also auch laufende Kosten an.

Einrichtung

Grundeinrichtung jedes Terrariums ist das Substrat. Das kann Erde vom eigenen Grundstück oder Spielkasten-Sand gemischt mit Lehmpulver sein.

Siehe dazu auch: Der perfekte Bodengrund

Eine Rückenwand im Terrarium erachten wir als absolut notwendig, weil die Tiere als territoriale Ansitzjäger diese gerne nutzen um erhöht unter UV Lampen zu entspannen. Eine Rückenwand kann relativ einfach aus Styropor und Fliesenkleber selbst hergestellt werden.

Versteckmöglichkeiten, Wurzelstöcke, Steine und eventuell Pflanzen runden die Einrichtung ab.

Einen genauen Preis hier zu nennen ist angesichts der individuellen Möglichkeiten leider sehr schwer. Wer ein eigenes Grundstück hat kann hier vieles aus der Natur nehmen. 100-200€ würden wir aber als untere Grenze für eine vollständige Einrichtung annehmen.

Laufende Kosten

Gerade die laufenden Kosten sind oft schwer greifbar und werden unterschätzt. Um nicht später vor einer bösen Überraschung zu stehen sollte man sich aber auch damit vor dem Kauf auseinandersetzten.

Strom

300-500 Watt pro Terrarium, 10-12 Stunden am Tag, 10 Monate lang… Sonnenliebende Steppenbewohner gehen da ganz schön ins Geld. 400-800€ im Jahr können da schon zusammen kommen. Strompreise sind aktuell sehr schwer vorherzusagen. Daher die große Preisspanne. Online gibt es viele Strompreisrechner wo man selbst Tarife berechnen und vergleiche kann.

Als kleine Start-Hilfe für eigenen Berechnungen: 300 Watt für 10 Stunden entsprechen 3 kWh / Tag bzw. 900 kWh / Jahr (10 Monate, Winterruhe ausgenommen).

Futter

Futter teilt sich natürlich in Grünfutter und Futterinsekten. Wer am Land wohnt und in der unbelasteten Natur Kräuter sammeln kann, was natürlich das Beste für die Tiere ist, kommt zumindest beim Grünfutter kostenlos davon.

Futterinsekten sind vor allem bei Jungtieren teuer. Je älter die Tiere werden desto weniger Futtertiere benötigen sie. Wir veranschlagen hier ~150€ im Jahr.

Siehe dazu auch: Futtertiere für Bartagamen

Tierarzt, Kotuntersuchungen, etc.

Zumindest einmal im Jahr, vor der Winterruhe, ist eine parasitologische Kotuntersuchung angebracht. Sind die Tiere ansonsten top fit und das Ergebnis der Kotuntersuchung unauffällig fallen ansonsten keine weiteren Untersuchungen notwendig.

Eine einfache Kotuntersuchung direkt bei einem Labor kostet in der Regel ~20€. Bei einem Tierarzt in der Ordination können deutlich höhere Kosten entstehen, dafür bieten gute, reptilienkundige Tierärzte aber auch gleich gründlichere Untersuchungen und weitere Checkup an. Hier empfiehlt es sich vorab die Kosten abzuklären.

Die Kosten für Notfälle, Operationen, Verletzungen etc. einzuplanen ist an dieser Stelle unmöglich. Wir können daher nur hoffen, dass möglichst allen bei artgerechter Haltung diese Kosten erspart bleiben.

Beleuchtung

Die Beleuchtung ist keine Einmal-Ausgabe. Die Lampen, insbesondere die UV Lampen, verlieren mit der Zeit ihre Leistung und müssen regelmäßig ausgetauscht werden. Hier sollte man mit 80€ pro Jahr rechnen. Es empfiehlt sich auch Lampen vorrätig zu haben – sollten gute Lampen im Angebot sein, kann man da also vielleicht gut zugreifen.

Fazit

Alle oben genannten Zahlen sind nur überschlagsmäßige und zurückhaltende Schätzungen und extrem stark von den individuellen Haltungsbedingungen und persönlichen Möglichkeiten abhängig. Wer zum Beispiel nicht in der Lage ist sich ein Terrarium selbst zusammen zu bauen muss bei dieser Größe schon richtig tief in die Tasche greifen um es irgendwo schon fertig zu kaufen.

Die Kosten basieren auf der Annahme, dass eigentlich alles selbst gemacht/gebaut wird und berücksichtigt dabei nicht die Arbeitszeit, die natürlich auch anfällt.

Die Gesamtkosten der Bartagamenhaltung sind nicht zu unterschätzen.

Gerade bei den Anschaffungskosten ist es auch wirklich ratsam gleich groß und qualitativ hochwertig zu kaufen. Nichts ist frustrierender als wenn man später drauf kommt, dass das Terrarium zu klein oder die Beleuchtung nicht passend ist.

Bei den Anschaffungskosten sollte man mit 600-1000€ aufwärts rechen und auch die laufenden Kosten werden sich dann irgendwo zwischen 600 und 1200€ pro Jahr befinden.

Die relativ hohen Kosten sind vor allem zwei Faktoren geschuldet: Bartagamen sind große Reptilien mit viel Platzbedarf und außerdem tagaktive Steppenbewohner mit sehr hohen Ansprüchen an die Beleuchtung.

Wer sich das nicht leisten kann oder will sollte zum Wohle der Tiere von der Bartagamenhaltung absehen.

Wer das Hobby Terraristik trotzdem ausleben möchte muss sich weiter umsehen und kann vielleicht kleinere, nachtaktive Reptilien, Frösche, Spinnen etc. in Betracht ziehen. Zum Glück gibt es hier wirklich eine unsIn der Regel bietet dieses wunderbare Hobby für jede Geldbörse etwas Passendes.

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